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Dopamin vergeuden

Kennt ihr das? Es ist Samstag, ihr habt nichts vor, ihr könntet ALLES tun, quasi eure ganze Welt auf den Kopf stellen. Doch die Zeit verstreicht bis in den Nachmittag hinein und ihr habt das Gefühl, dass nichts, was man jetzt noch anfangen könnte, tatsächlich einen Unterschied machen würde.

Mein Empfinden für Produktivität ist allerdings wirklich ein wenig verdreht. Es fällt mir oft schwer, zu akzeptieren, dass Dinge auch ganz anders laufen können als geplant und trotzdem gut sind. Wie dieser Samstag heute zum Beispiel. Mein Mann und ich haben ausgeschlafen und sind dann in ein kleines süßes Café frühstücken gegangen. Das hat länger gedauert als gedacht, aber war wunderschön. Danach beschlossen wir schweren Herzens, dass wir noch einkaufen mussten. Das war nicht so wirklich geplant und nahm noch einmal viel Zeit in Anspruch. Und nun sitze ich hier und muss an eines der Videos denken, welches mir letzte Woche über den Weg gelaufen ist. Es ist eines dieser Videos, welches aus meiner Sicht verdientermaßen Millionen von Klicks bekommen hat. Sicherlich kennen es viele von euch bereits. Wie ich jetzt erfahren habe, wurde um die gute Frau damals ein ganz schöner Hype gemacht. Zu dieser Zeit konnte ich noch nicht viel damit anfangen, jetzt schon. Schaut mal rein: „Eines Tages, Baby“

Man muss kein Fan von Poetry Slam sein, um sich von Julia Engelmann angesprochen zu fühlen. Als ich das Video 2013 das erste Mal sah, hat es mich glaub ich nur traurig gemacht, wahrscheinlich weil es mitten in mein Leben getroffen hat. „Ich würd gern so vieles tun. Meine Liste ist so lang. Ich werd eh nicht alles schaffen, also fang ich gar nicht an.“

So fühle ich  mich auch heute wieder ein bisschen. Und wenn ich genau drüber nachdenke, nicht nur heute, sondern ziemlich oft. Dabei ist allein das viele Nachdenken manchmal schon der Fehler: „Ich denke zu viel nach. Ich warte zu viel ab. Ich nehm mir zu viel vor und mach´ davon zu wenig.“

Was will mir das sagen für meinen heutigen Samstag? Dass ich versagt habe, weil ich mich nicht an meinen Plan gehalten und deswegen mein Leben vergeudet habe? Wahrscheinlich habe ich irgend so etwas in der Art damals gedacht, als ich Julia Engelmann das erste Mal zuhörte. Ich wusste, sie hatte Recht, aber ich sah keinen Weg, wie ich es anders machen könnte. Weiterhin Dopamin sparen sozusagen.

Heute glaube ich zu wissen, was sie meint. Nämlich, dass ich auch noch das Beste aus meinem Samstag machen kann, wenn es bereits 19 Uhr ist. Oder 20 Uhr. Oder 21 Uhr. Und dass es genau richtig war, ein wenig Dopamin bei diesem leckerem Essen in diesem tollen Café in Begleitung eines besonderen Menschen zu vergeuden.

Constanze

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Soziale Medien boykottieren?

Ich bin viel auf YouTube unterwegs, aber es gibt dort nur wenig, was mein Leben wirklich bereichert. Ein Haufen Make Up-Tutorials, die mir sagen, dass ich zehn verschiedene Pinsel besitzen muss, um meine Haut in fünf verschiedenen Hautfarben zu bemalen, sind es sicherlich nicht. Auch keine „Challenges“ oder „Pranks“ oder „Let’s Plays“ oder „Roomtours“. Geben wir es doch zu: Wer so YouTube-versessen ist wie ich, der kennt das alles und guckt es sich auch hin und wieder mal an. Meistens wundere ich mich aber lediglich darüber, dass solche Videos millionen von Klicks haben und ärgere mich gleichzeitig, dass ich jetzt auch noch einen Klick hinzugefügt habe.

Vor allem die deutsche YouTube-Szene enttäuscht mich. Leute mit unglaublich viel Charisma und dem Talent, stundenlang selbstbewusst vor einer Kamera reden zu können, tun dies zwar – aber zu welchem Zweck? Meistens doch nur, um die Abonnenten-Zahl steigen zu lassen. Sätze wie „Wenn dieses Video 10.000 Likes bekommt, werde ich euch im nächsten Video mein neues Schlafzimmer zeigen“ lassen mich an dieser ganzen Idee, sich selbst im Internet zu präsentieren, zweifeln.

Es gibt gute Videos. Videos mit Witz und Charme, kreativ geschnitten, gute Musik, Menschen, die mit ihrer Geschichte andere bewegen. Aber das ist nicht das, was die meisten Leute anklicken. Solange keine halbnackte Frau im Thumbnail abgebildet ist oder der Titel nicht in Großbuchstaben provoziert („ER HAT MICH BETROGEN“, „SCHWANGER MIT 16“, …), solange wird man es schwer haben, gesehen zu werden.

Diese Regel gilt nicht nur für YouTube, sondern für die ganze Welt der Sozialen Medien. Noch nie zuvor hatten Menschen so viele Möglichkeiten, sich im Internet zu präsentieren und zu sagen, was sie wollen. Kostenlos, schnell, von jedem Ort aus. Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, … Und es hört noch nicht auf. Dass dies nicht immer mit Qualität einhergeht, weiß jeder.

Und nun? Könnte man sich eben aufregen über den Missbrauch des Internets, Facebook boykottieren und vom Smart Phone wieder auf ein graues dickes Nokia-Handy umsteigen. Sicher, so etwas könnte man tun. Und es ist definitiv eine Variante, um sich eine Menge Kopfschütteln zu ersparen.

Ich bin oft kurz davor gewesen, irgendeinen solcher Schritte einzuleiten. Es hat mich geärgert, dass YouTuber mit Millionen Abonnenten ihre Stimme nicht nutzten, um etwas Sinnvolles mit dieser Welt zu teilen. Und doch war ich immer noch begeistert von den Möglichkeiten, die Soziale Medien zu bieten haben. Und immer wieder, wenn ich einen YouTube-Kanal entdeckte, der aus dem typischen Schema heraus fiel und nicht nur durch Qualität in der Videoproduktion sondern auch (und manchmal auch nur) durch Qualität im Inhalt fesselte, wusste ich, dass ich nicht wirklich darauf verzichten wollte. Denn ich kann die Kreativität und die Inspiration dahinter entdecken, die auch mich motivieren, etwas qualitativ Wertvolles zu erstellen. Boykottieren und aufgeben und all die Menschen einfach machen lassen, die ihre Klicks durch sinnfreien Inhalt sammeln? Das erschien mir nicht mehr wirklich zielführend.

Dies ist einer der Gründe, warum ich auf diesem Blog schreibe. Warum ich Soziale Medien noch nicht aufgeben und auf meine Art kreativ werden möchte. Außerdem will ich andere unterstützen, die ihre Stimme nutzen, um zum Nachdenken anzuregen. In zukünftigen Blog-Einträgen möchte ich euch deshalb teilhaben lassen an solchen Beiträgen aus Sozialen Medien, die mich bereichert haben. Manchmal ist es lustig, manchmal nachdenklich und meistens einfach aus dem normalen Leben.

Und mich interessiert: wer oder was begeistert euch in YouTube, Facebook und Co.?

Constanze

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Small talk – unverfänglich aber unnötig?

Im letzten Jahr bin ich das erste Mal in den USA gewesen und ich wusste ganz genau, dass mich folgende Situation dort unweigerlich wiederholend erwarten würde:

„Hi, how are you?“ 

„Good. How are you?“

„Good, thank you.“

Der Anfang jeder Konversation. Ich wusste es, ich war darauf vorbereitet und doch versagte ich jämmerlich. Meistens vergaß ich zurückzufragen, wie es dem anderen ging oder ich antwortete mit etwas anderem als „good“ oder „fine“, zum Beispiel mit „I’m actually quite tired“. Im Nachhinein schlug ich mir innerlich immer wieder an den Kopf. Wieso war das nur so schwer für mich?

Solch ein Begrüßungsritual begegnet einem in vielen Ländern.  Und da ich nicht unhöflich sein möchte, gebe ich mir stets Mühe, mich in dieser einen Sache, welche gleichzeitig eine meiner größten Schwächen ist, zu verbessern: Small talk.

Womöglich ist Small talk für mich sogar die allerschwerste Art der sozialen Interaktion. Wenn es nach mir ginge, könnte man sofort anfangen darüber zu reden, was einen momentan glücklich oder traurig macht, bewegt, bestürzt, begeistert oder, oder, oder. Im Grunde ist alles, was ich mir wünsche, dass man auf die Frage „Wie geht es dir?“ ehrlich antwortet. Denn es ist eine tolle Frage! Ich benutze sie gern. Es ist eine Frage nach dem Gemütszustand, nach dem Inneren deines Gesprächspartners. Es ist nicht nur die Frage nach dem, was der andere gerade erlebt, sondern auch danach, „was das mit ihm macht“.

Ich scheine einen hohen Anspruch an diese Frage zu haben. Jedoch habe ich wieder gelernt, dass wir Small talk brauchen. Small talk, das „kleine Gespräch“? Nach meiner persönlichen Definition ist es das Gespräch über nichts Relevantes, welches dem Einstieg einer Unterhaltung dient. Dass die Themenwahl dabei nicht besonders tiefschürfend und persönlich ist, ist Sinn der Sache und ich erfuhr erneut, dass dieser Gedanke berechtigt ist. In meinem Job muss ich oft Gespräche mit Jugendlichen führen und ich ertappte mich tatsächlich dabei, diese mit dem Erstaunen über den plötzlichen Einbruch des Winters oder ähnlichem zu eröffnen. Doch es half! Die Jugendlichen mussten erst einmal ankommen, erst einmal über irgendetwas quatschen, bevor etwas Ernsthaftes angegangen werden konnte. Und das ist in Ordnung. Solche Einstiege mögen oberflächlich erscheinen, aber manchmal öffnen sie Türen, die sonst niemals geöffnet werden würden. Einige Menschen sind wahre Small-talk-Genies und können bei jedem schicken Event, jeder Party, jedem Zusammentreffen mit neuen Leuten und jedem Telefonat stets die richtigen ersten Worte finden. Aber es ist auch okay, das nicht so gut zu können und sich von diesen Personen Schritt für Schritt etwas abzuschauen, denn es ist eine Übungssache.

Es wäre nur schade, wenn es dabei bliebe. Es würde uns so unglaublich viel entgehen! Zwar fällt es mir schwer, Gespräche mit Unbekannten zu beginnen, aber es begeistert mich, sobald mir dieser Unbekannte ein Stück seines „wahren Ichs“ zeigt. Denn das ist die Möglichkeit, eine völlig neue Welt zu betreten – die Welt einer anderen Person, die genauso komplex, verwirrend und spannend ist wie die eigene. Ungeahnte Gemeinsamkeiten können aufgedeckt werden, Unterschiede können inspirieren und herausfordern. Wir benötigen es zu sehen, dass andere genauso verletzlich sind wie wir selbst, genauso unperfekt und zeitweise planlos. Zu oft gehen wir davon aus, dass man selbst der einzige Mensch auf der Welt ist, der sein Leben nicht komplett im Griff hat. Doch wenn wir es wagen, nicht nur „small“ sondern auch „big“ zu reden, fühlen wir uns schnell weniger allein. „Big talk“ ist also der Gegensatz zu „Small talk“? Ich hoffe nicht. Denn ein authentisches, echtes Gespräch sollte keine große Besonderheit sein, sondern etwas Normales.

Die Frage „Wie geht es dir?“ ist manchmal vielleicht schon zu verbraucht, als mit etwas anderem als „gut“ darauf antworten zu können. Das sollte uns jedoch nicht davon abhalten, kreativ zu werden und andere Möglichkeiten zu finden, wahres Interesse anderen gegenüber zu zeigen. Und hin und wieder lohnt es sich vielleicht sogar, auf eine nur dahin gesagte Floskel überraschend ehrlich zu antworten und somit Schwung in eingerostete Gespräche zu bringen.

Ich glaube, dass sich Small talk und Ehrlichkeit nicht ausschließen. Es ist eine Sache der Übung, sie Hand in Hand gehen zu lassen und Authentizität auch dann zu bewahren, wenn man über scheinbar belanglose Themen spricht. Nutze sie als Türöffner, wenn du bei jemandem anklopfst. Aber dann tritt auch ein und lerne die Wohnung und das Leben des anderen kennen.

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Veränderung

Liebe Life Untangled – Leser,

unser Blog ist noch ziemlich neu und doch wird es bereits eine Veränderung geben. Aber wir glauben: Veränderung ist gut!

Gemeinsam haben wir, Elisa und Constanze, die Idee  von „Life Untangled“ entwickelt. Es liegt uns am Herzen, etwas „Wertvolles“ im Internet zu veröffentlichen – einen Gegensatz zu all dem Oberflächlichen und Unpersönlichen. Wir wollen Menschen in ihrem Alltag mit ihren alltäglichen Problemen ansprechen. Und das möchten wir auch immer noch!

Mittlerweile hat sich jedoch herausgestellt, dass wir beide nochmal eine je eigene, spezifische Vision verfolgen, bzw. beide dabei sind, immer mehr herauszufinden, was wir mit der Welt teilen möchten. Wir teilen eine gemeinsame Begeisterung für das Schreiben und dafür, dieses Hobby für etwas Sinnvolles einzusetzen. Und doch sind wir zwei unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen „Spinnereien“ im Kopf.

Aus diesem Grund wird Constanze den „Life Untangled“-Blog allein fortsetzen und Elisa wird ihre eigenen Ideen und Ziele zum Leben erwecken. Seid gespannt, wie genau das aussehen wird!

Ihr dürft sicher sein, dass diese „Trennung“ rein gar nicht übertragbar auf unsere Freundschaft im „richtigen“ Leben ist. 😉 Da wir unsere Grund-Begeisterung nach wie vor teilen, werden wir uns weiterhin unterstützen in der jeweiligen Umsetzung.

Vielen Dank für euer bisheriges Interesse für diesen Blog! Constanze freut sich weiterhin über euer feedback und eure Anregungen.

Eure Elisa & Constanze

(photo by geralt)

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Ein Spaziergang durchs Einkaufszentrum

Ich liebe die Natur. Ich liebe Wälder und das Meer und große grüne Wiesen, die in einen hellblauen Himmel münden.

Aber ich habe auch eine merkwürdige Affinität zu Einkaufszentren. Und das hat nichts mit Shoppen zu tun. Lasst es mich erklären:

Auch ich verfiel als Teenager irgendwann dem „Shopping-Wahn“, zumindest ein bisschen. Ich hätte es wahrscheinlich nicht zugegeben, aber unbewusst brauchte auch ich immer mal wieder ein neues T-Shirt, auch wenn ich es nicht wirklich brauchte – einfach um nicht völlig vom Pfad des aktuellen Trends abzukommen. Dazu hat sich meine Einstellung mittlerweile ein wenig geändert, aber das soll nicht Thema dieses Blog-Eintrags sein.

Was mich nämlich schon damals wunderte, war meine Haltung zu Einkaufszentren. Eine Zeit lang lebte ich in einer Großstadt, die gleich mehrere Hünen von diesen Einkaufszentren besaß. Die Leute rieten mir immer, diese am Samstag unbedingt zu meiden, da es da einfach nicht zu ertragen wäre ob der Fülle der Menschenmassen. Aber irgendwie störte mich das nie sonderlich. Sicher – wenn man einige Erledigungen hinter sich bringen und eine Liste abarbeiten muss, ist es stressig. Man will es möglichst schnell erledigt haben und dabei sind die vielen Leute einfach nur im Weg. Doch wenn man Zeit hat und nicht unbedingt ein klares Ziel, dann ist es für mich vor allem eines – faszinierend. Ja, beinahe inspirierend.

In meinem ersten Blogeintrag habe ich erwähnt, dass ich ein Mensch bin, der immer wieder seine Allein-Zeiten benötigt und man könnte meinen, dass das mit meiner Faszination von Einkaufshäusern nicht zusammenpasst. Aber genau das tut es!

Vor kurzem musste ich über einiges nachdenken. Ich war zu Hause, wollte aber nicht den restlichen Tag auf der Couch verbringen. Die meisten Menschen würden dann wahrscheinlich einen Spaziergang im Park machen, um den Kopf frei zu bekommen und auch ich tue das manchmal. Aber dieses Mal wusste ich, dass mich mein Weg in unser Einkaufszentrum führen würde. Wir haben nur ein großes und auch das ist nicht all zu groß. Ich wollte nichts kaufen. „Window-shopping“, wenn man so will, aber eigentlich auch nicht wirklich.

Vielleicht kennt ihr das – ihr seid allein mit euren Gedanken und sie fangen an zu kreisen. Ihr braucht Ruhe, ihr müsst Entscheidungen fällen, gut abwägen. Aber wenn ihr einfach nur allein seid, kommt ihr nicht weiter. Ihr bleibt in eurem Kopf stecken und an einer Stelle stehen. Und das ist genau der Grund, warum ich die Gesellschaft anderer Menschen suche ohne jedoch mit ihnen sprechen zu müssen.

Wenn ich ein Einkaufszentrum, oder einfach nur einen belebten Marktplatz oder Supermarkt, betrete, betrete ich die normale reale Welt. Es bringt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Es zeigt mir, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der Probleme hat. Alle Menschen, die an mir vorbeigehen haben höchstwahrscheinlich auch  Probleme. Ich fange an, darüber nachzudenken, wie es der gelangweilt aussehenden Frau am Zeitungskiosk wohl geht oder freue mich über die lachenden Kinder, die die Rolltreppe hinunter rennen. Stück für Stück gelingt es mir, aus meinem Kopf herauszutreten und zu erkennen, dass ich ein Mensch in dieser großen Welt bin genau wie all die anderen hier. Ich schaue mir vielleicht ein Buch im Buchladen an, was spannend klingt oder beobachte, welche Klamotten grad so im Trend liegen (ja, immer noch). Und wenn ich nach Hause gehe, fühlt sich mein Problem merkwürdiger Weise gar nicht mehr so fundamental an. Die vielen Menschen und Eindrücke haben mich inspiriert ohne es zu wissen.

Manchmal müssen wir ein paar Schritte aus uns heraustreten, um einen objektiveren Blick auf unsere Probleme zu bekommen, wenn wir dann wieder in unseren Kopf hineintreten.

Probier es aus! Vielleicht ist es ja auch etwas für dich. Wickel dich in deinen Wintermantel ein, setz vielleicht auch deine Kapuze auf um unerkannt zu bleiben, und dann geh einfach los und beobachte ganz anonym die Welt um dich herum. Sie ist bunt und vielseitig. Und so vielseitig können vielleicht auch die Perspektiven auf die Herausforderungen in deinem Leben sein.

Constanze

(photo by TuendeBede)

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Keine Vorsätze für 2017?

2016 war ein herausforderndes Jahr für mich. Obwohl es einige äußere Umstände gab, die sich entscheidend geändert haben, so sind es doch hauptsächlich die inneren Veränderungen, die mich immer noch bewegen. Und genau die sind es auch, die einen langfristigen Wert für mein Leben haben – oder zumindest haben könnten, wenn ich es zulasse. Denn die Wahrheit ist, dass sich äußere Umstände immer ändern werden. Manchmal geplant, manchmal ganz plötzlich. Aber es ist normal und gehört dazu und macht im Prinzip nicht den Kern unseres Lebens aus. Es ist nicht entscheidend, wo du wohnst, welchen Ausbildungsabschluss du hast oder ob du single oder in einer Partnerschaft bist. Entscheidend ist, was wir aus unseren äußeren Umständen machen.

Im Licht dieser Erkenntnis habe ich darüber nachgedacht, inwieweit es Sinn macht, sich Neujahresvorsätze zu setzen. Sicherlich kann es immer einmal wieder zielführend sein, sich etwas Praktisches vorzunehmen. In diesem Fall kann ich nur empfehlen, diese Ziele so konkret wie möglich mit genauen Zeitangaben zu formulieren, sich jedoch auch Zeit zu geben und nicht gleich von 0 auf 100 gehen zu wollen.

Für mich persönlich habe ich dieses Jahr jedoch kaum konkrete Vorhaben formuliert, weil ich wusste, dass sie mich womöglich unter Druck setzen und nicht zufrieden stellen könnten, falls etwas schief gehen sollte. Meine perfektionistische Herangehensweise lässt mich in dieser Hinsicht mittlerweile vorsichtig sein. Dennoch bin ich ein Freund von Neuanfängen. Vom Innehalten, Reflektieren und sich Gedanken darüber zu machen, was man vom Leben will und was die Vergangenheit einen gelehrt hat. Mich führten diese Gedanken heute zu dem Titellied von dem neuen Disney-Film „Vaiana“, in dem die gleichnamige Hauptprotagonistin singt:

„Wenn ich geh, dann wird sich zeigen, wie weit ich komm´.“

In dem Film geht es darum, dass Vaiana lernt, auf ihre innere Stimme zu hören, die ihr sagt, dass sie eine Reise übers Meer wagen soll, während alle anderen Inselbewohner die Insel noch nie verlassen haben und sie davon abhalten wollen.

Nun, mich zieht es nicht unbedingt zur Seefahrt oder einem anderen Ort, aber folgende drei Punkte lehrt mich die Geschichte und ich hoffe, dass sie auch dir als Motivation für das neue Jahr dienen können:

1.) Geh weiter. Es gibt sicherlich irgendetwas, was du im letzten Jahr oder schon früher begonnen hast, was dir am Herzen liegt. Ein Projekt, der nächste Schritt auf der Karriereleiter oder in der Ausbildung, die Entwicklung einer Beziehung, das Stärken deines Selbstbewusstseins, die Fähigkeiten an einem Instrument, Sport – was es auch ist und wie klein es auch erscheinen mag, geh einfach weiter. 2017 muss nicht das Ziel sein, aber es kann dich ein Stück weiterbringen.

2.) Hör auf deine innere Stimme, denn sie hat meistens Recht. Ich persönlich glaube, dass Gott diese innere Stimme in mir ist, die mir zeigt, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Und hör genau hin. Es ist manchmal nur ein Flüstern und nicht so offensichtlich.

3.) Sei mutig. Mut ist nicht immer nur die große Tat eines großen Helds, der sein Leben riskierte. Mut ist es bereits, jemanden auf etwas anzusprechen, was einen schon lange beschäftigt. Zu vergeben. In ein Flugzeug zu steigen trotz Flugangst. Ein Bild zu malen, obwohl man gar nicht malen kann. Mich fasziniert die Fülle dieser Möglichkeiten!

Ich wünsche dir spannende Erfahrungen im Jahr 2017, an denen du wachsen kannst. Ich wünsche dir kein perfektes Jahr und auch nicht ausschließlich schöne Erlebnisse. Aber ich wünsche dir, dass du am Ende des Jahres zurückschauen und sagen kannst: „Ich bin weiter gegangen.“

Constanze