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Warum ich eine Blog-Pause eingelegt habe

Das Bloggen ist so eine Sache. Eigentlich ziemlich cool. Jeder, der will kann worüber er will seine Meinung kundtun – auf einer überschaubaren Seite, in regelmäßigen Abständen. Für mich ist der Blog eine gute Plattform, um nicht nur für mich selbst zu schreiben. Denn Schreiben, das mache ich sowieso. Und das Leben analysieren, das auch. Im Bloggen kann ich es vereinen und andere an etwas Anteil haben lassen, was mir viel Freude bereitet. Andere Leute können lesen, was ich zu sagen habe oder es lassen. Niemand wird zu irgendetwas gezwungen. Soweit so gut…

… bis man in die Perfektionismus-Falle tappt und dieser ganze Plan von Freiheit und Zwanglosigkeit irgendwie nicht mehr aufgeht. Und so ging es mir ein wenig.

Das ist der Grund, weswegen ich einige Wochen nicht gebloggt und mich im Allgemeinen nicht sehr viel auf Social Media-Plattformen bewegt habe. Stattdessen habe ich darüber nachgedacht, warum und wie ich blogge und dabei sind mir einige Dinge bewusst geworden – die nicht nur mit dem Bloggen zu tun haben, sondern meine Herangehensweise und Motivation in vielen Bereichen meines Lebens hinterfragen.

Als ich anfing zu bloggen wusste ich zwar noch nicht genau, in welche Richtung ich thematisch gehen wollte, aber bei einer Sache war ich mir sicher: Ich wollte auf jeden Fall nur darüber schreiben, was mich bewegt – mir also selbst treu bleiben. Wer daran nicht interessiert war, musste es ja nicht lesen. Doch hier liegt der Haken: Wir Menschen wünschen uns Anerkennung für das, was wir tun. Wenn ich also etwas ins Internet stelle, wünsche ich mir eben doch, dass eine gewisse Anzahl von Menschen meine Mühen wahrnimmt. Ich glaube, das ist okay und ein normales Bedürfnis. Doch die Frage ist, was daraus folgt.

Wer mehr Leser für seinen Blog anziehen möchte, muss sich informieren. Viele Leser kommen schließlich nicht über Nacht oder zumindest ist das nicht der Normalfall. Es gibt gewisse Strategien, wie man „erfolgreich bloggen“ kann. Und das zog auch mich in den Bann. Ich informierte mich auf anderen Blogs und verstand immer mehr, wie der Pfad zu einem erfolgreichen Blog in der Theorie aussehen müsste. Ich erkannte, dass das Bloggen – genauso wie etwa das Youtuben – ein ganz eigenes Geschäft ist, eine eigene Szene. Einige Dinge, die dabei immer wieder betont werden sind etwa: „Kenne deine Zielgruppe und sprich sie an.“ „Finde deine persönliche Nische.“ „Schreibe regelmäßig und an festen Tagen.“ „Kommentiere bei anderen Blogs, um dich selbst bekannt zu machen.“ Und so weiter.

Ich fand es faszinierend, wie sehr ein künstlerisches Projekt zu einem strategischen Schlachtplan erweitert werden konnte. Und da ich ein sehr zielorientierter Mensch bin, versuchte ich, diese Strategien ein Stück weit umzusetzen. Doch ich hatte begrenzten Erfolg damit. Nicht, weil diese Strategien nicht aufgehen (ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sie aufgehen, wenn man dran bleibt), sondern weil ich sie auf Dauer nicht umsetzen konnte.

Zuerst ärgerte ich mich darüber. Ich dachte mir: Warum krieg ich das nicht hin? Warum kann ich nicht regelmäßig bloggen? Warum fällt es mir so schwer, mich mit anderen Bloggern zu vernetzen? Ich gab mir wohl einfach nicht genug Mühe. Ich kam schließlich zu der Schlussfolgerung: „Okay, ich kann so einen Schlachtplan nicht umsetzen. Bloggen ist wohl doch nichts für mich.“

Doch da war der Fehler. Ich hatte begonnen, mich daran zu orientieren, wie andere etwas taten, wie „das“ Bloggen eben so funktionierte. Doch ist „das“ Bloggen auch „mein“ Bloggen? Die eine Art und Weise zu Bloggen gibt es jedoch gar nicht. Diese Art und Weise wird schließlich von den Leuten geprägt, die es tun – niemand hat dafür vorher Spielregeln festgelegt, die alle befolgen müssen. Es haben nur viele Leute herausgefunden, was die besten Strategien sind, um schnell erfolgreich zu werden. Und wer definiert überhaupt, was erfolgreich ist?

Ja, auch ich will erfolgreich sein – und das finde ich nicht verwerflich. Für mich bedeutet Erfolg, dass ich das, was ich liebe und gut kann, einfach so gut wie mir möglich mache. Und an diesem Punkt musste ich umdenken: Diese Art Erfolg kann ich nur auf meine Weise erreichen.

Denn – und hier komme ich zu meiner aktuellen Lebenslektion, die sich nicht nur, aber eben auch, auf das Bloggen bezieht – : mit Fremdbestimmung kann ich nichts anfangen. Wenn ich etwas nicht aus eigener Überzeugung und Entscheidung mache, dann wird das Ergebnis nicht gut oder zumindest nicht so gut, wie es sein könnte. Vielleicht bist du zwar kein Blogger, aber kennst dieses Problem aus anderen Lebensbereichen – etwa in der Schule oder auf der Arbeit? Vielleicht musst du zum Beispiel einen Vortrag über ein Thema halten, dass dir dein Lehrer oder dein Chef aufgedrückt hat, dich selbst jedoch gar nicht interessiert. Kannst du das dennoch motiviert angehen? Vielleicht, aber es ist sicher schwer. Bei mir kommt als Nebeneffekt meistens noch hinzu, dass ich geistig abbaue, wenn ich verzweifelt und ohne Erfolg versuche, etwas gut zu machen, was jemand anderes wahrscheinlich viel besser machen könnte – nämlich jemand, der wirklich davon überzeugt ist. Ich fühle mich dann ein wenig wie in einem Käfig, in den mich irgendjemand eingesperrt hat. Oder vielleicht sogar ich selbst?

Denn das Paradoxe ist, dass ich dazu in der Lage bin, mir diese Fremdbestimmung auch selbst aufzuerlegen. Hatte mich irgendjemand dazu gezwungen, den allgemeinen „Blog-Regeln“ zu folgen? Hatte mich irgendjemand überredet, bestimmte Strategien umzusetzen? Nein. Ich ließ mich fremdbestimmen, obwohl ich das gar nicht musste und nicht einmal bemerkte. Selbstbestimmte Fremdbestimmung sozusagen – verrückt! Und völlig unnötig. Ein Beispiel dafür war, dass ich gedanklich versuchte, mit meinen Themen in eine bestimmte „Szene“ hineinzupassen. Ich wollte herauszufinden, zu welcher dieser vielen Blog-Nischen ich gehörte – irgendeine musste es doch sein! „Christlicher Blog“, weil ich Christ bin? Lifestyle? Mindstyle? Und wenn ja, was genau ist das eigentlich?

Ich bin Constanze. Und deshalb entscheide ich mich auch für den Constanze-Style. Den kenne ich. Ich blogge als Christ über das Leben. Manchmal passt das in eine bestimmte Kategorie, manchmal entspricht das einem bestimmten Trend. Manchmal aber auch einfach nicht. Und dann darf ich trotzdem darüber schreiben. (weitere Gedanken zum Thema „Trends“ gibt es übrigens hier)

Letztendlich wurde meine Blog-Pause mehr als nur eine Pause vom Bloggen. Ich gab mir die Zeit, mich neu zu orientieren. Ich rollte meine Segel ein, um sie danach wieder im richtigen Wind zu setzen. Dieser Antriebswind ist für mich im Endeffekt Gott. Ihm folge ich und niemand anderem. Keinem Social Media-Influencer, Beauty-Guru, Blogger oder was es eben sonst noch gibt. Sicher, ich kann ein Fan von anderen Menschen sein, ich kann mich von ihnen inspirieren lassen – aber niemals bestimmen. Und ich darf mir diese Fremdbestimmung auch nicht selbst auferlegen. Diese Erkenntnis ist befreiend! Und ich entscheide mich immer wieder neu für sie, in allen Bereichen meines Lebens. Probier es auch aus!

Ich werde auch weiterhin beim Bloggen keinen bestimmten Regeln folgen – es kann also gut sein, dass dich nicht jeder Artikel interessieren wird. Aber vielleicht ist ja immer mal wieder etwas dabei. Ich würde mich deshalb freuen, wenn du weiterhin diesem Blog folgst, denn ich liebe es, andere Menschen zu inspirieren und zu ermutigen. Du darfst mir auch gern zurückmelden, was dich besonders angesprochen oder interessiert hat! Feedback regt mich zum Nachdenken an und inspiriert vielleicht sogar weitere Blogartikel.

Vielen Dank für dein bisheriges Interesse! 🙂

Constanze

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Alles nur Disney-Kitsch?

Lebe deine Träume. Sei du selbst. Sei selbstbewusst.

Wir alle haben diese Aufforderungen wahrscheinlich schon oft gehört. Für mich gehörten sie lange Zeit nur in die Kategorie kitschiger Disney-Teenie-Filme à la „High School Musical“. Perfekt aussehende und unglaublich vielseitig talentierte Jugendliche versuchten mir beizubringen, dass aus jedem Außenseiter etwas werden kann. Wenn du nur an dich glaubst. Wenn wir alle einfach an uns glauben, können wir berühmte Musiker, berühmte Tänzer oder mit was man eben sonst noch berühmt werden kann, sein.

Es war eine schöne bunte High-School-Musical-Welt, in die man für ein paar Stunden mit seinen Freundinnen abtauchen konnte, aber keinesfalls die Realität. Nirgendwo war ein blauäugiger Troy Bolton und der geheime Wunsch, meine Klasse würde am Ende des Schuljahres synchron aufspringen und tanzend ein Lied zum Besten geben, blieb leider auch unerfüllt. Wie die Traumerfüllung in Filmen stattfand, war mir einfach zu unwirklich. Deswegen habe ich lange Zeit Ratschläge wie „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ mit einem Lächeln abgetan in der Hoffnung, dass auch Disney einmal erwachsen werden würde.

Doch heute weiß ich, dass eine versteckte Wahrheit hinter diesen Sprüchen steckt, die nur manchmal zu sehr von knallbunten Farben und Glitzer überdeckt wird.

Ich habe jahrelang probiert, nur Dinge zu tun, die vernünftig sind – sicherlich machten sie teilweise auch Spaß. Aber ich schränkte mich selbst ein. Ich traute mich nicht wirklich, etwas zu tun, was sonst keiner tat. Etwas, was nicht so ganz „normal“ war. Viele Menschen glaubten dennoch, ich sei selbstbewusst. Aber im Prinzip wusste ich gar nicht, was dieses „selbst“ war, dem ich mir „bewusst“ sein sollte. Denn die Wahrheit ist: Erst wenn wir das tun, was wir wahrhaft lieben, das, was uns ausmacht – erst dann können wir  etwas bewegen. Erst dann können wir authentisch handeln, motiviert bleiben und etwas durchziehen. Ja, sogar erfolgreich sein?

Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir nur dann ein erfolgreiches Leben haben, wenn wir Karriere machen oder berühmt werden. Wenn wir irgendetwas erreichen, was die Welt als „groß“ bezeichnen würde, denn die Welt hat manchmal eine verdrehte Vorstellung von Größe. Wenn wir das tun, was wir lieben und dabei noch so kleinschrittig voran gehen – dann verändern wir sicherlich mindestens ein Menschenleben zum Besseren. Für mich persönlich ist das Erfolg.

Wir brauchen dafür keine bunten Farben, keine paillettenbesetzte Disney-Welt. Das Startkapital, was wir benötigen, um die Welt zu verändern, besitzen wir bereits. Ich glaube, dass Gott uns dieses Startkapital zur Verfügung stellt und zwar jedem ein ganz individuell Eigenes.

„Überlege nicht, was die Welt braucht. Überleg dir, was dich wirklich glücklich macht und dann tu es. Denn genau das braucht die Welt.“

Ja, auch das klingt nach einer kitschigen Aufforderung und ich gebe zu, dass ich sie sinngemäß aus einem kitschigen Sprüche-Kalender geklaut habe, der auf meinem Fensterbrett steht. Es ist auch nicht immer so einfach – nicht alles, was uns glücklich macht, ist auch gut für die Welt. Aber meistens sind das dann auch die Dinge, die uns nicht langfristig glücklich machen würden.

Manchmal brauchen wir ein bisschen Kitsch, um zu erkennen, dass unser Leben gar nicht so langweilig ist, wie wir manchmal glauben. Es wird niemals langweilig sein, wenn wir versuchen, wir selbst zu sein und das umzusetzen, woran wir vielleicht nur insgeheim glauben. Finde Menschen, die deine Ideen und Visionen teilen. Und vergiss niemals, dass deine „Vision“ nicht gleich die Welt retten muss. Vielleicht muss sie einfach nur ein Lächeln auf das Gesicht deines Nachbarn zaubern oder ein Kind zum Lachen zu bringen. Hauptsache, du fängst an!

Constanze

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