Veröffentlicht in Allgemein, Aus dem Alltag, Motivierendes

Dazuzulernen ist nicht immer leicht

Wenn ich Großstädte besuche, habe ich plötzlich das Gefühl, vom Land zu kommen, obwohl das überhaupt nicht stimmt. Es ist für mich so, als würde ich eine ganz eigene Welt und Kultur kennenlernen, auch wenn ich mich nach wie vor in Deutschland befinde. Ist das nicht wunderbar? Um Neues zu entdecken, ist eine weite Reise also gar nicht nötig.

Kurze Städtereisen sind meiner Meinung nach etwas anderes als ein gewöhnlicher Erholungsurlaub am Strand oder in den Bergen. Und so habe ich auch bei unserem Besuch in Hamburg über das Himmelfahrtswochenende wieder einiges über mich gelernt – unter anderem, dass meine Neugier, Neues zu entdecken viel größer ist als ich manchmal denke. Ich möchte das Typische und Untypische einer Stadt kennenlernen. Ich will alte Gebäude sehen und wissen, wie es um der nächsten Ecke aussieht. Ich will erfahren, wer die berühmten Menschen waren, die einen Ort geprägt haben. Und seit ein paar Jahren gehe ich erstaunlicherweise auch ab und zu gern in ein Museum. (Oh Schreck, ich werde wohl erwachsen.) Ich gestehe, ich mag es, mich nach dem Besuch gebildet zu fühlen – als hätte ich auf einmal Allgemeinwissen. Es erstaunt mich zu sehen, wie Leute in anderen Zeiten gelebt haben, was sie bewegte und was das mit uns heute zu tun hat. (Liebe Grüße an meine Geschichtslehrerin.)

Doch was ist, wenn das Interesse fehlt?

Ich habe festgestellt, dass es nicht immer so leicht ist mit dem „Dazulernen“. Dass meine Wissbegier ihre Grenzen hat – nämlich dort, wo es mich überhaupt nicht interessiert. Neues dazuzulernen bereitet (was für eine Überraschung) nicht immer Freude und mein Kopf macht unter Umständen schon im Vorhinein „dicht“. So wie zum Beispiel damals im Mathematik-Unterricht. Ja, ich hatte kein Naturtalent fürs Rechnen, aber das größerere Problem war, dass ich mich mit zunehmender Klassenstufe der ganzen Sache verschloss. Sie interessierte mich nicht und ich wollte mich vor allem nicht dafür interessieren. Unter solchen Voraussetzungen offen für neue Rechenregeln zu sein ist schwierig. In gewisser Weise nahm ich meine etwas schlechteren Leistungen einfach in Kauf. Da ich ansonsten gut in der Schule war, konnte ich es mit meinem Gewissen vereinbaren. Aber geht das immer so? Man muss doch schließlich nicht alles können… oder?

Klar, ich muss tatsächlich nicht alles können und es ist sicherlich okay, dass ich kein Mathegenie geworden bin. Ich bin ein großer Verfechter von gabenorientiertem Arbeiten. Es begeistert mich zu sehen, was Teams vollbringen können, wenn sich jeder auf seine persönlichen Talente konzentriert. Ich finde es wichtig, Aufgaben sinnvoll zu verteilen und Gaben gezielt einzusetzen. So kann vieles effektiver, erfolgreicher und mit mehr Freude funktionieren.

Doch was ist, wenn es auch ohne Interesse funktionieren muss?

Da habe ich mich mal wieder auf frischer Tat ertappt… Diese Einstellung – Ich will ja nur gabenorientiert sein! – kann auch Faulheit in mir hervorrufen. Manchmal ruhe ich mich tatsächlich darauf aus. „Das ist nicht mein Ding, ich muss das nicht können. Damit beschäftige ich mich gar nicht erst.“ So leicht ist es nicht immer. Und oh wie gern gehe ich solchen Situationen aus dem Weg… Versuche, sie beiseite zu schieben. Hoffe, dass es irgendwie so funktioniert ohne dass ich mich mit dieser lästigen Sache beschäftigen muss, die mich null Prozent interessiert. Insgeheim sehne ich mir jemanden herbei, der es einfach für mich klärt…

Wenn du selbst Blogger oder Website-Betreiber bist dann weißt du wahrscheinlich schon, auf welches Beispiel ich nun hinaus möchte… Jap, die DSGVO. Das neue Datenschutzgesetz. Auch bei mir. Leider habe ich den schwerwiegenden Fehler begangen und diese ganze Sache lange Zeit nicht ernst genommen. „Ich bin doch nur ein kleiner, unwichtiger Blogger. Kann ja nicht sein, dass ich mich auf einmal mit irgendwelchem technischen, datenschutzrechtlichen Kram auseinandersetzen muss.“ Doch ich durfte nun feststellen, dass es nicht so leicht ist.

Technischen Angelegenheiten gehören zu genau jenen Dingen, für die ich nur schwer Interesse aufbringen kann. Ich verstehe außerdem kein Wort Internet-Jargon. Und ebenso wie damals im Matheunterricht wollte ich es bisher auch überhaupt nicht verstehen. Ich glaubte, dass ich das nicht müsste. Ich war froh, mein kostenfreie WordPress-Seite erstellt zu haben und wollte mich nur auf das Schreiben konzentrieren. Gabenorientiertes Arbeiten eben, oder? Folgender Wahrheit wollte ich nicht ins Auge sehen: Wer einen Blog betreiben will, muss sich mit mehr auseinandersetzen als nur mit dem Schreiben. Und an aktuelle Datenschutzgesetze muss ich mich eben auch halten.

Was ich jetzt schon dazugelernt habe…

Wenn ich etwas möchte, dann muss ich mich allumfassend damit beschäftigen. auch wenn das nicht immer Spaß macht. (Klingt wie eine Lektion aus der Kindheit, oder?) Da kann ich noch so oft davon reden, dass es nicht zu meinen Fähigkeiten gehört: Ich muss mich für neue Welten öffnen. Kann ja versuchen, es mir so vorzustellen wie den Besuch einer neuen Großstadt…

Und: Es ist möglich! Ich kann mir Dinge aneignen, für die ich mich nicht interessiere. Schritt für Schritt, ohne in Panik zu verfallen. Ich werde anfangen, die Internetsprache zu verstehen, herausfinden was genau „https“ bedeutet, was eine Datenschutzerklärung beinhalten muss und so weiter. Dabei muss ich ganz unten anfangen, meinen Schweinehund überwinden und die ersten kleinen Schritte wagen. Aber das ist okay.

Was sich hier verändern wird…

Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht ganz genau, was sich nun verändern wird, da ich mich eben noch nicht allumfassend damit auseinandergesetzt habe. Ich werde dies so bald wie möglich tun. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass ich es bis zum Inkrafttreten des Gesetzes am 25.05. nicht schaffen werde. Es ist somit möglich, dass ich meinen Blog für kurze Zeit der Öffentlichkeit nicht zugänglich machen kann. Keine Sorge: Ich werde zurückkommen! Bitte gebt mich nicht auf. 🙂 Ich werde mein Bestes geben, um die nötigen Maßnahmen so schnell und gut wie möglich umzusetzen. Hinweisen kann ich bereits darauf, dass ich höchstwahrscheinlich die Kommentarfunktion und das Kontaktformular schließen muss und es in Zukunft nicht möglich sein wird, meinem Blog per E-Mail zu folgen. Das ärgert mich sehr… Es ist jedoch notwendig, da ich eine kostenfreie WordPress-Version nutze, bei der bestimmte notwendige Anpassungen für die neuen Datenschutzregelungen nicht umsetzbar sind. (Von dieser kostenfreien WordPress-Version auf eine andere umzusteigen ist ebenso eine Möglichkeit für mich. Aber ihr müsst mir Zeit geben, denn ihr wisst ja: Noch bin ich ein frisch angekommener Tourist in dieser Welt.)

Deshalb möchte ich euch noch einmal verstärkt auf meine facebook- und Instagram-Seite hinweisen. Unter folgenden Namen bin ich zu finden:

  •  facebook: Life Untangled
  •  Instagram: Life_Untangled

Dort könnt ihr mir nach wie vor Kommentare hinterlassen, mit mir in Kontakt treten und mich auch dann verfolgen, wenn ich für eine Zeit lang nicht auf meinem Blog zu finden bin. Eine E-Mail könnt ihr mir außerdem weiterhin an: untangledforyou@gmail.com schreiben.

Ich freue mich, wenn ihre diese Möglichkeiten nutzt!

An dieser Stelle einen großen Dank an alle Blogger, durch die ich auf diese notwendigen Maßnahmen aufmerksam geworden bin und die mich mit reichlich Informationen versorgen.

Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt und möchte lernen, mich meinen Unsicherheiten gegenüber bestimmten Gebieten zu stellen. Mir Wissen auch in solchen Bereichen anzueignen, denen ich früher nicht über den Weg getraut hätte. Welchen Bereich gibt es in deinem Leben, den du lieber ausklammerst? Lass dich ermutigen, den ersten kleinen Schritt zu wagen. Es ist möglich!

Constanze

 

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Veröffentlicht in Gedanken, Motivierendes

Nutze deine Stimme! (Wie mich eine Modelleisenbahn inspirierte…)

Hast du auch manchmal dieses innerliche Verlangen, die Welt verbessern zu wollen? Jetzt, sofort, mit einem Fingerschnippen? Doch wie schnell holt dich die Realität wieder ein und schupst den kleinen Träumer in deinem Kopf wieder hinaus: ‚Das ist ja nur was für Charismatiker, die große Reden schwingen können oder für so ganz Mutige, die Revolutionen anführen.‘ Doch ich glaube: Es funktioniert auch mit einer Modelleisenbahn.

Vor einiger Zeit habe ich mir mit meinem Mann eine Dokumentation über das Miniatur Wunderland in Hamburg angesehen – die größte Modelleisenbahnanlage der Welt. Wieso mich das interessieren sollte? Gute Frage. Ich stehe weder auf Modelleisenbahnen noch auf normale Eisenbahnen. Ich habe weder ein Faible für die Technik, die hierfür benötigt wird, noch für all die anderen handwerklichen Prozesse. Theoretisch dürfte mich das also gar nicht interessieren, doch ich wurde eines Besseren belehrt.

Mein Mann ist durch eine Aktion der Besitzer des Miniatur Wunderlandes (zwei Brüder) auf die Dokumentation aufmerksam geworden: An bestimmten Tagen im vergangenen Januar war der Eintritt in das Wunderland kostenlos, um diesen für Bedürftige zu ermöglichen. Die Aktion beruhte auf Vertrauen. Die Brüder schrieben dazu auf facebook:
„Wir möchten die Menschen nicht in Kategorien einteilen, sondern machen das ganz simpel: Jeder der wirklich der Meinung ist, dass er sich einen Wunderland-Besuch nicht leisten kann, braucht an den genannten Terminen im Januar nur an der Kasse in beliebiger Sprache ‚Ich kann mir das nicht leisten‘ sagen und kommt umsonst ins Wunderland.“ (siehe hier)

Diese Aktion faszinierte uns und so kam es dazu, dass wir mehr über das Wunderland erfahren wollten. Dabei stieg meine Faszination weiter – nicht nur wegen der unglaublichen Technik, die hinter dieser großen Modelleisenbahn-Welt steckt und den kleinen süßen Menschlein und Szenen, die man dort überall finden kann. Sondern vor allem wegen der Liebe, der Leidenschaft und der Weitsicht, mit der diese zwei Brüder an ihre Arbeit heranzugehen scheinen. Sie hatten ihre Leidenschaft, ja ihren Kindheitstraum, zum Beruf gemacht, aber nicht allein das. Durch ihre Arbeit machten sie anscheinend nicht nur sich selbst glücklich, sondern auch viele andere Menschen (und vielleicht erst dadurch sich selbst?). Damit meine ich nicht nur die Kunden, die jeden Tag das Miniatur Wunderland bestaunen. Die Dokumentation zeigt auch einen Einblick in die Arbeit der Angestellten. Dabei wird deutlich: Diese dürfen sich, ihre Fähigkeiten und ihre Ideen einbringen. Da sitzt niemand, der zu seiner Arbeit gezwungen werden muss und diese jeden Tag nur schnell hinter sich bringen möchte. Die zwei Brüder geben ihren Angestellten Freiraum, sich zu entfalten und neue Technologien sowie kreative Ideen in das Miniatur Wunderland einzubringen. Die gezeigten Mitarbeiter wirken motiviert und zufrieden. Eine große Liebe zu handgemachten Details scheint sie voran zu treiben. Und das hat Wirkung. Man sieht, wie die Kunden wirklich glücklich gemacht werden sollen anstatt nur als Geldeinnahmequelle betrachtet zu werden. Und es ist finanziell scheinbar sogar machbar, einigen Leuten den Eintritt auch einmal kostenlos zu ermöglichen.

Nachdem wir die Dokumentation zu Ende geschaut haben fühlen wir uns beide ziemlich inspiriert. Erst versteh ich das gar nicht so richtig – eine Dokumentation über die Geschäftsidee zweier Menschen, die sich als erfolgreich erwies? Das gibt es doch ständig. Doch schnell erkenne ich: Menschen können mich inspirieren, egal was sie tun. Denn es geht allein darum, mit welcher Motivation sie es tun und was sie letztendlich damit erreichen wollen. Auch wenn das Mittel dazu eine Miniatureisenbahn ist. Diese zwei Brüder haben mich inspiriert durch ihre Leidenschaft und ihre Herangehensweise an ihre Arbeit. Sie tun es voller Liebe – für die Modelleisenbahn und für die Menschen, die darin involviert sind. Das mag kitschig klingen, aber im Prinzip ist es der entscheidende Faktor für mich. Die Brüder nutzen ihr Talent.

Mir wurde wieder bewusst, dass wir alle eine Stimme haben, die wir nutzen können – eben nicht nur der große Charismatiker, der wirklich gut reden kann. Du hast auch eine Stimme, wenn du nicht gut reden kannst. Denn vielleicht kannst du stattdessen schreiben, handwerken, basteln, singen, tippen, sortieren, umarmen, zuhören, organisieren, anpacken… Im Grunde ist es völlig egal. Das einzige was du wirklich tun musst, ist deine persönliche Stimme auch wirklich als eine Stimme anzuerkennen, mit der du etwas bewegen kannst. Ja, mit der du sogar die Welt verändern kannst! Denn wenn niemand seine Fähigkeiten ernst nimmt, wer verändert dann überhaupt noch etwas? Und andersherum: Stell dir vor, alle Menschen würden ihre Fähigkeiten erkennen und für etwas Gutes einsetzen – was würden wir alles verändern!

Es kommt auf die Motivation an, mit der wie etwas tun. Eins meiner persönlichen Ziele im Leben ist es zum Beispiel, irgendwie dazu beitragen zu können, dass andere Menschen ihr Leben glücklicher und zufriedener gestalten können. Ein großes Ziel, dass ich niemals komplett erreichen werde. Und doch hat Gott mir meine persönlichen Talente geschenkt, um es auf vielfältige Weise zumindest ein Stück weit umzusetzen. Handwerklich und technisch bin ich leider nicht so begabt, also bau ich lieber keine große Modelleisenbahn. Aber ich kann Menschen im persönlichen Gespräch ermutigen. Ich kann durch Musik anderen eine Freude machen. Ich kann Blog-Beiträge schreiben. Ich kann meine kreativen Ideen für etwas einsetzen, was meinem Ziel nutzt. Und solange ich dieses im Hinterkopf behalte, werde ich ganz automatisch die Welt ein wenig positiv verändern. Entscheidend ist, wie ich meine Fähigkeiten einsetze und welche Einstellung dahinter steht.

Wenn es also eigentlich egal ist, was du tust – warum tust du nicht einfach das, wofür du sowieso brennst und was du schon immer irgendwie gut konntest?

Ich höre Menschen häufig sagen: „Ich kann nichts wirklich richtig, ich bin in nichts wirklich gut.“ Das ist quatsch. Das glaubt man nur, weil das, was man kann, noch nicht wirklich benannt wurde oder weil man es noch nicht entdeckt hat. Weil man glaubt, dass alle Fähigkeiten dieser Welt klar benennbar sein müssen im Stil von: „Ich kann gut singen“, „Ich kann gut Fußball spielen“, „Ich kann gut Veranstaltungen organisieren.“ Es ist möglich, dass deine Fähigkeiten leicht zu erkennen und demzufolge leicht umzusetzen sind. Doch es ist nicht schlimm oder komisch, wenn das nicht so ist. Trau dich, ein wenig tiefer zu graben, um sie zu entdecken. Folgende Fragen können dir dabei helfen: In welchen Situationen fühlst du dich so richtig wohl und lebendig? Woran liegt es? Was genau setzt du dabei ein? Welche Umstände müssen dafür erfüllt sein? Aus den Antworten zu solchen Fragen wird sich nach und nach ein Bild von deiner persönlichen Stimme ergeben.

Und dann nutze deine Stimme! Ich möchte gar nicht weiter aufzählen und vorschlagen, wie das praktisch aussehen könnte, denn es wäre alles nur meine beschränkte Sicht auf die Möglichkeiten. Aus deiner persönlichen Stimme folgt nämlich auch deine persönliche Umsetzung. Deine persönliche Weltverbesserung.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir von deiner Entdeckungsreise zu deinen Talenten und Zielen erzählst! Fällt es dir leicht, deine Fähigkeiten einzusetzen oder weißt du noch gar nicht so genau, wie du das anstellen sollst? Ich bin überzeugt, dass Gott jedem Menschen eine „Stimme“ gegeben hat – eine Stimme, mit der wir dazu beitragen können, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Die Frage ist nur, ob wir uns darauf einlassen. Hinterlasse mir gern einen Kommentar zu deinen Erfahrungen oder schreib mir in einer E-Mail davon. 🙂

Constanze

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(photo by Darren Bockman)